Deutscher Bundestag

In einer schriftlichen Frage wollte ich von der Bundesregierung wissen, wie viele Kinder und Jugendliche  in Deutschland als arm gelten und wie viele davon in Haushalten mit Alleinerziehenden leben? 

Die Antwort ist erschreckend. In Deutschland sind zweieinhalb Millionen Kinder stark armutsgefährdet. Eine ungeheure Zahl für ein reiches Land wie die Bundesrepublik. So viele Kinder und Jugendliche wie Hamburg und Frankfurt am Main zusammen Einwohner haben, leben in prekären Verhältnissen.

Diese Kinder sind abgehängt, ausgeschlossen von sozialer Teilhabe, die Kindheit überschattet von finanziellen Sorgen und Nöten. Das ist erschreckend und alarmierend. Fast jedes zweite betroffene Kind kommt aus einem alleinerziehenden Haushalt. Die Bundesregierung verschließt – obwohl das Problem bekannt ist - seit Jahren davor die Augen und unternimmt nichts dagegen. 

Auch das Bildungs- und Teilhabepaket ist nicht geeignet, um diese Kinder und Jugendlichen sinnvoll und ausreichend zu unterstützen. Darauf weist beispielsweise auch der Paritätische Wohlfahrtsverband immer wieder hin. Jedes Kind hat ein Recht auf Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung.

Darauf muss die Regierung unter Kanzlerin Merkel nun endlich reagieren. Die Benachteiligung von Alleinerziehenden im Steuer-, Sozial- und Unterhaltsrecht muss behoben werden. Darüber hinaus brauchen wir endlich ein wirksames Gesetz zur Entgeltgleichheit und seitens der Unternehmen den ernsthaften Willen, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten.

Alleinerziehend gleich abgehängt, das darf es nicht mehr geben. Weder für Kinder noch für Eltern.

Lesen Sie hier die Antwort der Bundesregierung

Bei Rückfragen wenden Sie sich an Julia Frederking

Beate Walter-Rosenheimer Bild