Deutscher Bundestag

200812 jugenddemo flickrFoto copyright: Marco Verch/flickr.com
Zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik:

Das letzte Viertel der Wahlperiode ist angebrochen. Was hat sich für Jugendliche in Deutschland seit der letzten Bundestagswahl 2017 verändert? Der Internationale Tag der Jugend ist eine gute Gelegenheit ganz nüchtern Bilanz zu ziehen. Und die fällt ernüchternd aus.

Das Jahr 2020 war bisher für Jugendliche kein einfaches: Corona-Lockdown, Homeschooling, keine Treffen mit Freunde und Freundinnen, verschobene Schulabschlüsse, Schwierigkeiten Praktika zu finden, Auslandsreisen, die ins Wasser fielen. In verschiedenen aktuellen Umfragen wie der Jugendstudie des Sinus-Instituts haben junge Menschen zum Ausdruck gebracht, was sie in diesen Zeiten wirklich bewegt. Deutlich wurde dabei, dass sich viele zwar medial gut repräsentiert sehen, von der Politik allerdings nicht gehört und schon gar nicht beteiligt fühlen.

Die verantwortliche Bundesministerin Giffey hat – was Jugendliche betrifft – diese Wahlperiode nahezu komplett verschlafen.

Zur Veröffentlichung der Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung „Kindertagesbetreuung und Pflege – attraktive Berufe?“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom SINUS-Institut erhoben wurden, erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Es ist erfreulich, dass sich fast ein Viertel der jungen Menschen, die befragt wurden, vorstellen können, im Pflege- oder Erziehungsbereich zu arbeiten. 

Es sind junge Menschen, die Lust haben, in dieser Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen, das ist ein gutes Zeichen. Und unsere Gesellschaft braucht diese Professionen, das hat Corona noch einmal mehr deutlich gemacht. Das Ergebnis zeigt auch, dass systemrelevante Berufe in Zeiten der Pandemie endlich eine höhere Wertschätzung erfahren.

Die heutigen Vorschläge der Bundesregierung, der beruflichen Ausbildung mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" aus der Krise zu helfen, kommentiert Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Aus- und Weiterbildung, B 90/Die Grünen:

Kein Azubi hat etwas davon, wenn Kurzarbeit vermieden wird, der Betrieb danach aber pleite ist. Es ist das gemeinsame Ziel von Wirtschaft, Azubis und Politik, Ausbildungsplätze zu sichern. Azubis müssen deshalb von Anfang an Kurzarbeitergeld in Höhe von 100 Prozent erhalten können.

Beate Walter-Rosenheimer Bild