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Albanien ist ein Entwicklungsland. Nach dem Zerfall des Kommunismus (im Jahr 1991) begann für das Land ein sehr langer und schwieriger Übergangsprozess. Während dieser Zeit unterzog sich Albanien und die albanische Gesellschaft großen Transformationsprozessen, nicht nur im politischen, sondern auch im wirtschaftlichen und sozialen Bereich.

Im politischen und wirtschaftlichen Leben sind große Fortschritte gemacht, die leider aber sehr wenig im gesellschaftlichen Leben zu bemerken sind. Der Umbruch der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft machte viele Menschen orientierungslos. Das beste Beispiel dafür ist die Lage, in der sich die albanischen Jugendlichen befinden. Die Situation der Jugend in Albanien ist nicht optimistisch. Albanien hat eine der jüngsten Bevölkerungen Europas. Von den etwa 2.8 Millionen in Alabanien lebenden Einwohner sind ca. 420.000 im Alter von 18-24 Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch und ist eines der größten Probleme, mit dem sich die neue Regierung beschäftigen muss. Nur 35.2% der Jugendlichen haben einen Job. Die Mehrheit der Beschäftigten sind Männer. Für junge Frauen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger. Der größte Teil der Beschäftigten geht einer Arbeit nach, die mit ihrem Studium nicht mehr allzu viel zu tun hat.

Die Berufsbildung ist in Albanien unentwickelt und bei den Jugendlichen nicht sehr beliebt. Nur 15.5% der Jugendlichen entscheiden sich für eine Berufsbildung, während mehr als 80% sich für die Universitäten entscheiden. Das hat dazu geführt, dass es auf dem Arbeitsmarkt wenig junge Menshcen mit Berufsausbildung gibt, während der Bedarf dafür immer größer wird . Albanien braucht dringend Programme, die die Berufsbildung modernisieren und stärken.Vor allem soll die Berufsbildung attraktiv für junge Leute gemacht werden. Wegen der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Probleme sind die Berufsperspektiven für Jugendliche nicht optimistisch. Den Pessimismus spürt man auch in den Aussagen der Jugendlichen, die ganz deutlich artikulieren, dass die Arbeitschancen in Albanien sehr niedrig sind und sie deshalb gerne ins Ausland gehen würden. Obwohl die aktuelle Situation viel zu wünschen übrig lässt, wird eins deutlich: viele junge Leute hier haben hohe Erwartungen; an sich selbst, an ihre Politiker und nicht zuletzt an die Europäische Union. Man würde wünschen, dass sie nicht enttäuscht werden.

Beate Walter-Rosenheimer Bild