Jedes fünfte Kind in Deutschland ist arm und auch in Bayern ist Kinderarmut auf dem Vormarsch – und das, obwohl die Wirtschaft boomt. Das sind alarmierende Zahlen, die Politik und Gesellschaft nicht länger ignorieren dürfen. Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, in der Kinder sich aufs Christkind, auf die Bescherung am Heiligen Abend freuen, bleibt in manchen Familien kaum Geld für das Nötigste. Das tut weh, den Eltern genauso wie den Kindern, deren Wünsche nicht erfüllt werden können.

Die Konsequenzen von Armut gehen aber noch weit darüber hinaus.

Aktion Kinderarmut in Fürth-Land„Im reichen Bayern leben viele Kinder, denen Chancen und Teilhabe vorenthalten werden und die früh abgehängt sind. Es fehlt Geld für Bücher, Kinobesuche, Geburtstagsfeiern und Urlaube. Arme Kinder erleben Mangel, Verzicht und Außenseiterdasein sehr bewusst und sehr schmerzvoll. Diese Armut vererbt sich in Deutschland von Generation zu Generation.“ erklärt Beate Walter-Rosenheimer.

Und nur wenige Familien kommen wieder aus der Armutsspirale heraus. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung belegt dies. Zwei Drittel der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen leben dauerhaft oder wiederkehrend in Armut.

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Die Stiftung hatte bereits im September 2016 eine Studie vorgelegt, die zeigt, dass die Armutszahlen angestiegen sind, auch in Bayern. Armut betrifft vor allem Kinder von Alleinerziehenden, Kinder mit mehr als einem Geschwister und Kinder von gering qualifizierten Eltern.

Beate Walter-Rosenheimer meint: „Wir sagen immer, Kinder sind unsere Zukunft. Also müssen wir auch in diese Zukunft investieren. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit der Kinderarmut wirkungsvoll bekämpft werden kann:  Wir brauchen endlich eine Kindergrundsicherung, eine Erhöhung der Kinderregelsätze, wirklich gute Kitaangebote und unbürokratische Bildungs- und Freizeitangebote. Darüber hinaus natürlich viel mehr bezahlbare Wohnungen, gerade auch in den Ballungsräumen.

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Denn letztendlich ist Kinderarmut immer zurückzuführen auf die Armut der Eltern. Das darf in unserem reichen Land nicht sein. Kinderarmut ist ein Makel für unsere Gesellschaft.  An Weihnachten, dem Fest der Nächstenliebe wird das nur einmal mehr deutlich.“

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Bayernweit ist Beate Walter-Rosenheimer vor Weihnachten unterwegs, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. 

 

 

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