Deutscher Bundestag

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Die pandemische Lage ist wirklich erschreckend und alles scheint aus den Fugen zu geraten. Das ist nun der Zeitpunkt, wo wir Grüne bald Regierungsverantwortung übernehmen, kein leichter Start.

Ich denke, es ist für viele Menschen gerade vieles unverständlich. Und ein Hin -und Herschieben der Verantwortung bringt niemandem etwas, das ist klar. Dennoch verantwortet die bisherige Bundesregierung das, was auf bundespolitischer Ebene bisher passiert oder eben leider nicht passiert ist. Wir Grüne im Bundestag haben uns gegen eine Verlängerung der pandemischen Lage entschieden, in erster Linie, um die Entscheidungen wieder ins Parlament zu holen. Nicht, weil wir die pandemische Lage nicht mehr sehen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass so schnell Impfstoffe gefunden wurden, die auch zuverlässig gegen einen schweren oder tödlichen Verlauf helfen. Ich selbst bin doppelt geimpft und habe über das bayerische Impfzentrum einen Termin für die Auffrischungsimpfung vereinbart, ganz regulär.

Für mich ist Impfen ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung und Eindämmung der Pandemie und ich finde es sehr bedauerlich, dass in unserem Land -und ganz besonders ja in Bayern- so viele Menschen diesen Schritt nicht gehen und eine Impfung verweigern. Im Moment überlegen sich ja einige diesen Schritt nochmal und gehen doch zur Impfung…vielleicht nur, um weiteren Einschränkungen zu entgehen. Wichtig ist aber, dass die Impfquote besser wird. Allein schon, um die Krankenhäuser und Intensivstationen, die am Rande ihrer Kapazitäten sind, zu entlasten.

Nun zum Thema Impfpflicht: Ich selbst halte Impfungen für richtig und wichtig und habe früher auch meine fünf Kinder impfen lassen.
Ich finde es auch richtig, wenn Menschen sich vorher über Nutzen und Risiken informieren und persönlich abwägen. Als Mutter verstehe ich auch, dass die Entscheidung besonders schwer wiegt, wenn man sie in der Schwangerschaft oder für andere -wie die eigenen Kinder- trifft.

Ich selbst plädiere dringend dafür, sich impfen zu lassen und tue das in meinen Antworten auf Bürgerbriefe, in persönlichen Gesprächen, auf den social media oder in Veranstaltungen immer wieder.Bisher war ich nie für eine Impfpflicht, weil für mich das Recht auf Selbstbestimmung ein hohes Gut ist. Seit einigen Monaten und Wochen, mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen und Zahlen, denke ich aber durchaus darüber nach. Es ist eine schwierige Entscheidung, bei der das Recht des Einzelnen gegen das Gemeinwohl aufgewogen werden muss.Und wenn wir bei diesem Bild der Waage bleiben: die Waagschale „Impfpflicht“ gegen die Waagschale „Selbstbestimmung“ -bei mir tendiert erstere mittlerweile durchaus dazu, schwerer zu wiegen. Denn die Freiheit des Einzelnen hat meiner Meinung nach da eine Grenze, wo sie die Freiheit (oder Gesundheit) anderer aufs Spiel setzt.

Zumindest müssen wir in der jetzigen Lage ernsthaft darüber diskutieren. Und zwar ausführlich, wissenschaftsbasiert und intensiv. Und alle Seiten hören. Und eine Entscheidung so bald wie möglich treffen. Es ist schon lang nicht mehr 5 vor 12, was die Pandemie und ihre Folgen angeht. Allzu viel Zeit dürfen wir uns nicht mehr lassen. Eine allgemeine Impfpflicht wird die Lage nicht sofort ändern. Das, was gerade passiert, ist nicht mehr aufzuhalten. Aber auf lange Sicht gesehen, wird sie meiner Meinung nachhelfen, diese Pandemie in den Griff zu bekommen. Und würde mir die große Sorge über eine sich weiter ungedämmt ausbreitende Pandemie nehmen.

bwr

Beate Walter-Rosenheimer Bild